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Tonstudio: Einrichten & Aufnehmen

Tonstudio einrichten & aufnehmen

Tonstudio einrichten & aufnehmen

Egal ob zum Aufnehmen der eigenen Band, für die Vertonung von Videos für den eigenen YouTube-Kanal oder zur Anfertigung von Gesangsaufnahmen als Hobby: Ein eigenes Tonstudio ist der Traum vieler Menschen. Dabei unterscheidet sich das Tonstudio einrichten kaum zwischen einem simplen Homestudio für Anfänger und der Einrichtung eines professionellen Tonstudios. Die Hardware, die benötigt wird, ist größtenteils die gleiche – auch wenn sich natürlich die Anforderungen grundlegend unterscheiden.

Der Unterschied liegt meist in der Qualität des Equipments, der Fülle an Zubehör, sowie ganz besonders in der Schalldämmung der Aufnahmeumgebung. Im Kern besteht jedes Studio aus drei Bauteilen: Einem Mikrofon, einem Audio Interface und einem Computer. Alles weitere ist optional und dient nur der Steigerung der Klangqualität oder zur Erweiterung der Möglichkeiten. Wer als Anfänger Fehler beim Tonstudio einrichten macht, der wird mit der Klangqualität langfristig wohl nicht zufrieden sein.

Bereits mit wenig Geld kann ein kleines Homestudio eingerichtet werden. Professionelle Tonstudios hingegen können leicht große Summen verschlingen. Vom Kauf der passenden Geräte über die Einrichtung des Studios bis hin zur Dämmung und Optimierung der Aufnahmeumgebung, sowie des SetUps: Wir zeigen, wie du ein eigenes Studio in wenigen Schritten einrichten kannst.

Die Basics: Mikrofon und Audio Interface

In jedes Tonstudio gehört ein gutes Mikrofon und ein Audio Interface. Die Wahl des Mikrofons hängt von der Art der Aufnahmen ab, die Wahl des Audio Interfaces hängt zum Teil vom Mikrofon ab. Dabei stehen in einem gut ausgestatteten Tonstudio auch immer mehrere Modelle zur Auswahl. Insbesondere für Gesangs- und Instrumentalaufnahmen sollten zumindest ein klassisches Studiomikrofon und ein Gesangsmikrofon vorhanden sein. Im Folgenden zeigen wir verschiedene Infos zum Tonstudio einrichten und Mikrofon Empfehlungen, sowie gute Audio Interface Empfehlungen.

Das passende Mikrofon fürs Homestudio

Das ideale Mikrofon für das eigene Homestudio bietet nicht nur eine gute Klangqualität, sondern verfügt auch noch über ein gutes Preis/Leistungs-Verhältnis. Das Homestudio einrichten ist meist kein günstiges Unterfangen, weshalb das Mikrofon auch preislich passen muss. Für die meisten Aufnahmen eignet sich ein klassisches Studiomikrofon, also ein Großmembran-Kondensatormikrofon. Sowohl Gesangsaufnahmen, als auch Sprachaufnahmen lassen sich sehr gut mit einem solchen Gerät anfertigen.

Wer nicht extra ein Audio Interface anschaffen möchte, der kann für Sprachaufnahmen problemlos auch ein USB Mikrofon kaufen. Wenn ausschließlich Gesangsaufnahmen angefertigt werden sollen, eignet sich auch ein klassisches Bühnenmikrofon mit XLR Anschluss. Vor allem dynamische Mikrofone eignen sich für ein Homestudio ideal, da hier der Raumanteil sehr gering ist. Einige Produkte sind vor allem für das Homestudio besonders gut geeignet, unsere Empfehlung ist daher ein klassisches Kondensatormikrofon mit einer großen Membran.

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Die perfekte Wahl fürs Tonstudio

Wer ein professionelles Tonstudio einrichten möchte und größten Wert auf qualitativ hochwertige Aufnahmen legt, der beschafft sich am besten ebenfalls ein Studiomikrofon. Eine große Mikrofonmembran und eine Kondensatorbauweise sind hierfür perfekt geeignet. Natürlich muss spätestens in einem professionellen Tonstudio ein gutes Audio Interface vorhanden sein. Gute Tonstudios haben jedoch nicht nur eines, sondern mehrere Mikrofone zur Auswahl. Neben dem klassischen Studiomikrofon sollten zumindest noch einige Instrumentalmikrofone und ein Gesangsmikrofon (Bühnenmikrofon) in greifbarer Nähe sein.

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Ein passendes USB Audio Interface finden

Im Homestudio ist ein USB Audio Interface dann nötig, wenn mindestens ein XLR Mikrofon angeschlossen werden soll. Dies ist nötig, um die analogen Signale von einem Mikrofon in digitale Signale umwandeln zu können. Diese digitalen Signale werden dann mithilfe eines USB Kabels an den Studiorechner übertragen. Wenn mindestens ein Kondensatormikrofon betrieben werden soll, ist eine Phantomspeisung von 48 V zwingend nötig. Für Einsteiger im Homestudio ist zudem eine Übersteuerungsanzeige (auch Peak-Anzeige genannt) sinnvoll.

Die größten Unterschiede zwischen einem Audio Interface für ein Homestudio und einem Modell für ein (semi)-professionelles Tonstudio liegen in der Anzahl der Anschlüsse. Profi-Geräte verfügen oft über sechs bis acht, manchmal sogar noch mehr Combo-Eingänge. Auch mehrere Line-Ausgänge, eine MIDI-Schnittstelle und weitere Anschlüsse sind dann empfehlenswert. Insbesondere die Focusrite Scarlett Serie ist empfehlenswert für sämtliche Studioarten. Das liegt daran, dass vom kleinen Scarlett Solo bis hin zum Scarlett 18i20 eine breite Palette an Geräten angeboten wird.

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Zubehör und Equipment für das Studio

Neben dem wichtigen Equipment (also Mikrofon und Audio Interface) ist auch das Zubehör essentiell wichtig für qualitativ hochwertige Aufnahmen im Homestudio oder Tonstudio. Vor allem ein Mikrofonständer (oft auch Mikrofonstativ genannt) ist für ein Studio wichtig – im Idealfall aus Edelstahl. Sprachaufnahmen können mit einem Gelenkarm oder Tischstativ aufgenommen werden, für Gesangsaufnahmen ist ein richtiger Mikrofonständer vonnöten.

Ein Reflexionsfilter hilft dabei, Gesangsaufnahmen im Studio in hoher Qualität anzufertigen. Dieser Reflexionsschirm wird hinten am Mikrofonständer angebracht. Auch eine Mikrofonspinne ist wichtig für gute Gesangs- oder Sprachaufnahmen – einige Mikrofone haben dieses Zubehör sogar bereits im Lieferumfang dabei. Zuletzt kann auch ein Popfilter dabei helfen, harte Poplaute nicht auf die Aufnahmen zu lassen. Die Qualität und Verarbeitung des Zubehörs ist wichtig für das Tonstudio einrichten.

Auch ein Studio-Mischpult ist für viele Nutzer im Studio unglaublich wichtig. Insbesondere dann, wenn mehrere Schallquellen gleichzeitig aufgenommen werden sollen, ist ein Mischpult nötig. Aufnahmen im Proberaum profitieren hierbei von der Möglichkeit, einzelne Schallquellen individuell regeln zu können. Auch das Feinjustieren des Sounds bevor dieser den Aufnahmerechner erreicht, kann die Aufnahmequalität fördern. Nachfolgend stellt unsere Redaktion empfehlenswertes Zubehör für dein Tonstudio oder Homestudio vor.

Unsere Zubehör-Empfehlungen fürs Studio

  • Mikrofonständer: König & Meyer
  • Reflexionsfilter / Reflexionsschirm
  • Mikrofonspinne
  • Popfilter / Popschutz / Popkiller
  • Studio-Mischpult

Aufnahmeumgebung & Workflow optimieren

Aufnahmeumgebung optimieren

Aufnahmeumgebung optimieren

Das Optimieren der Aufnahmeumgebung und des SetUps hat einen wichtigen Einfluss auf die Aufnahmequalität. Im professionellen Tonstudio stehen hierfür regelmäßig eigene Aufnahmeräume zur Verfügung, die vollständig gedämmt sind. Im Homestudio sollte nach Möglichkeit eine Aufnahmekabine errichtet werden, wenn kein eigener Raum dafür zur Verfügung steht. Wenn auch das keine Option ist, kann ein Reflexionsfilter dabei helfen, die Aufnahmequalität zu steigern.

Wer ein Low-Budget Studio einrichten möchte, der sollte das Mikrofon vor einem geöffneten Kleiderschrank platzieren. Die feinen Fasern der Textilien absorbieren fehlgehende Schallwellen sehr gut. Wer ein analoges Kondensatormikrofon nutzt, der hängt dieses am besten mit dem Mikrofonkorb nach unten am Mikrofonständer auf. Die im Mikrofonkörper entstehende Wärme zieht dann nicht durch die Membran noch oben und hat keine negativen Auswirkungen auf die Tonqualität.

Die Optimierung des Workflows kann dabei helfen, produktiver im Studio zu arbeiten. Wichtig ist zunächst, dass vor dem eigenen Aufnehmen zunächst ausführliche Probeaufnahmen angefertigt werden. Auf diese Weise kann das SetUp optimiert und vor allem der Abstand zwischen Mikrofon und aufzunehmender Schallquelle perfekt justiert werden. Neben dem eigentlichen Feinjustieren sollte dann aber natürlich auch das entsprechende Zubehör und Equipment angeschafft und genutzt werden.

Die Aufnahmen professionell nachbearbeiten

Aufnahmen nachbearbeiten

Aufnahmen nachbearbeiten

Nachdem die Aufnahmen fertig sind, geht es an das professionelle Nachbearbeiten. Hier unterscheiden sich Homestudios und professionelle Tonstudios vor allem in der genutzten Software. Für die Aufnahmen wird eine DAW (digital audio workstation) und zum Nachbearbeiten ein Sequencer genutzt – einige Programme bieten jedoch eine Kombination aus beiden Arten. Für das Homestudio reicht die kostenlose Software Audacity problemlos aus, während Profi-Studios oft teure und hochspezialisierte Programme nutzen.

Zum Entfernen des Rauschens auf den Aufnahmen haben die meisten Programme eigene vordefinierte Filter. Auf diese Weise können die Aufnahmen sehr einfach von Eigenrauschen befreit werden. Auch zischende S-Laute (sogenannte Sibilanten) können einfach entfernt werden: Mit Hilfe des Equalizers werden hier einfach Frequenzen um 8 kHz herum etwas abgesenkt. Bei weiblichen Stimmen liegt diese Frequenz meist minimal höher, bei männlichen Stimmen ein wenig darunter.

Das Mastern von Gesang und Sprache gestaltet sich denkbar einfach: Mit Hilfe des Equalizers werden männliche und weibliche Stimmen getrennt voneinander bearbeitet. Die Faustregel hierfür ist universal gültig, sollte jedoch je nach Stimmlage minimal abgeändert werden.

Männliche Stimmen anpassen

  • Anhebung um ca. 4 dB bei ca. 200 Hz
  • Anhebung um ca. 4,5 – 5 dB bei ca. 3 kHz

Weibliche Stimmen anpassen

  • Anhebung um ca. 3,5 – 4 dB bei ca. 400 Hz
  • Anhebung um ca. 4 – 5 dB bei ca. 4 kHz

Auch seidige Höhen können nachträglich hinzugefügt werden. Bei minimal über 10 kHz sollte der Sound leicht angehoben werden. Sollte dieser Effekt vom Mikrofon stammen und nicht gewünscht sein, wird der Klang hier einfach etwas abgeschwächt. Für eine bessere Verständlichkeit von gesprochenem Text kann eine leichte Anhebung bei etwa 2,5 kHz eingesetzt werden.