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Einstieg ins Recording: FAQ Teil 2



Einstieg ins Recording

Einstieg ins Recording

In diesem Teil unserer Beitragsreihe zu den wichtigsten Fragen und Antworten aus dem Bereich der Mikrofonierung und Recording im Homestudio zeigen wir, worauf es beim Aufnehmen im Homestudio wirklich ankommt. Welche Software benötigt man zum Aufnehmen im Homestudio mit einem USB Mikrofon? Uns welche USB Mikrofon Hersteller eignen sich für Einsteiger in der Praxis? Hier zeigen wir diese Fragen und die Antworten.

Wer mit einem (USB) Mikrofon Sound zu Hause im Homestudio aufnehmen möchte, der muss vieles wissen: Welches Zubehör benötigt man für qualitativ hochwertige Aufnahmen? Und welche Richtcharakteristik ist für welche Aufnahmezwecke die richtige? In unserem großen FAQ Bereich für Recording haben wir in vier Ratgeber Artikeln die wichtigsten Fragen und Antworten gesammelt. So findest du in Kürze alle Infos zum Mikrofon kaufen und damit aufnehmen.

Unsere weiteren Ratgeber Artikel zu weiteren Fragen und Antworten findest du in unserem großen Mikrofon Ratgeber. Dort klären wir unter anderem, was der Unterschied zwischen einem Kondensatormikrofon und einem dynamischen Mikrofon ist. Aber auch die Membrangröße, die Einsatzzwecke von USB Mikrofonen und viele weitere Themen werden hier dargestellt.

Welche Software benötigt man für ein USB Mikrofon?

Um eine Aufnahme mit einem USB-Mikrofon zu erstellen wird auf dem angeschlossenen Computer eine Aufnahmesoftware benötigt. Sowohl unter Windows als auch auf einem Mac sind Standardmäßig Programme vorinstalliert die dies ermöglichen. Im Falle von Windows übernimmt dies ein Programm namens Audiorecorder, beim Mac ist es der Media-Player Quicktime. Für simple Anwendung reichen diese Tools aus. Wer allerdings ein wenig mehr vorhat, etwa die Aufnahme im Anschluss umzuschneiden, stößt hier sehr schnell an Grenzen.

Bereits deutlich besser beraten ist man mit kostenlosen Audioschnitt-Programmen. Das wohl bekannteste ist hier Audacity, welches sowohl für Windows und Mac als auch für Linux verfügbar ist. Will man Sprachaufnahmen nachbearbeiten und schneiden ist man hier schon sehr gut beraten. Für kompliziertere Aufgaben, wie das Arrangieren verschiedener Spuren oder das verlustfreie Bearbeiten mit Effekten, lohnt sich ein Blick auf die ebenfalls kostenlose Software Reaper.

Sie bietet im Grunde schon alle wichtigen Funktionen von professionellen Audio-Programmen, den so genannten DAWs (Digital Audio Workstation). Diese werden in erster Linie zur professionellen Musikproduktion eingesetzt. Für die Anwendungen auf die USB-Mikrofone abzielen sind sie recht überdimensioniert und sperrig.

Auf Windows-PCs ist es außerdem sehr zu empfehlen einen ASIO-Treiber zu verwenden. ASIO steht für „Audio Stream Input/Output“ und ermöglicht deutlich schnellere und stabilere Aufnahmen als die Windows eigene WDM-Architektur. Im Normalfall wird ein solcher Treiber bei einem USB-Mikrofon mitgeliefert. Sollte das aber nicht der Fall sein oder der mitgelieferte Treiber Probleme machen, bietet sich die Verwendung des universellen Treibers ASIO4ALL an. Dieser ist ziemlich stabil und bietet gute Resultate mit fast allen ASIO-kompatiblen Geräten.

Welche Mikrofonhersteller sind die besten?

Die Frage danach, welcher Mikrofonhersteller der beste ist, lässt sich nicht so einfach beantworten. In der Praxis kommt es auf sehr viele Dinge an. Zunächst kann man nicht verschiedene Marken aus unterschiedlichen Preiskategorien miteinander vergleichen. Ein Profimikrofon ist natürlich eine komplett andere Hausnummer als ein klassisches Homestudio Mikrofon, wie es die meisten USB Mikrofone sind.

Für die Nutzung im Homestudio ist ein Mikrofon mit USB Anschluss eine sehr gute Alternative zu klassischen XLR Mikrofonen. Hier muss kein USB Audio Interface angeschafft werden und man kann direkt mit dem Aufnehmen beginnen. Die Hersteller Rode und Audio Technica verfügen über sehr gute Geräte – diese eignen sich auch für anspruchsvollere Nutzer im Homestudio.

Welches Zubehör empfiehlt sich bei der Verwendung Mikrofons?

Wer Wert auf besonders hochwertige Aufnahmen legt, sollte erwägen außer dem eigentlichen Mikrofon noch verschiedenes Zubehör anzuschaffen. Hierbei handelt es sich um die üblichen Zusatzteile die auch für klassische Mikrofone verwendet werden. Allerdings gibt es diese grade bei USB-Mikrofonen oft in spezieller kompakter Ausführung.

Das wohl bekannteste Mikrofon-Zubehör ist der Mikrofonständer. Wer sein Mikro nicht die ganze Zeit in der Hand halten möchte kommt um einen solchen nicht herum. Im Gegensatz zum klassischen Mikrofon-Stativ, welches in erster Linie bei Musikaufnahmen als flexibles Werkzeug Verwendung findet, bietet sich für Sprachaufnahmen eher ein Tischstativ oder ein Mikrofon-Arm an. Ersteres ist ein kleiner Ständer mit beschwertem Fuß, mit dessen Hilfe sich das Mikro auf dem Tisch vor dem Sprecher aufstellen lässt.

Ein Mikrofon-Arm hingegen ähnelt den typischen schwenkbaren Schreibtischleuchten. Meist befestigt man ihn am Tisch und kann dann das Mikrofon relativ frei im Raum positionieren. Dies ist besonders praktisch, wenn man den so genannten Nahbesprechungseffekt nutzen möchte. Dabei wird das Mikro sehr nah vor dem Mund des Sprechers platziert was zu einer Anhebung der Bässe führt und der Stimme einen äußerst sonoren und intimen Charakter verleiht.

Grade bei einer solchen Nahaufnahme empfiehlt sich zusätzlich die Verwendung eines Pop-Schutzes. Dabei handelt es sich um jene Nylon-bespannten Ringe die zwischen Sprecher und Mikrofon platziert werden. Sie verwirbeln besonders stoßhafte Luftströme wie sie bei manchen harten Sprachlauten auftreten und schützen somit die Aufnahme vor ungewollten Übersteuerungen.

Wird das Mikrofon direkt am Stativ befestigt, tritt häufig das Problem auf, dass sich Körperschall mit in die Aufnahme schleicht. Dabei handelt es sich um Störgeräusch die entstehen, wenn das Mikro selber oder alle starr damit verbundenen Teile berührt oder anderweitig in Schwingung versetzt werden. Um dem entgegenzuwirken wird gewöhnlich eine so genannte Mikrofon-Spinne verwendet. Dabei handelt es sich um eine spezielle Vorrichtung die am Stativ angebracht wird und in die das Mikro hineingehängt werden kann. Hier kann es frei schwingen und ist daher weitestgehend vom Körperschall entkoppelt.

Des Weiteren ist in manchen Umgebungen die Verwendung eines Reflexionsfilters ratsam. Ist der Aufnahme-Raum nicht akustisch optimiert, hat er oft einen deutlich wahrnehmbaren Eigenklang. Dies kann sich in der Aufnahme als leichte, unangenehme Färbung, aber auch als deutlich wahrnehmbarer Hall niederschlagen. Ein Reflexionsfilter ist ein Schirm, der an der Rückseite des Mikrofons angebracht wird und zumindest einen Teil der Raumreflexionen abdämpft.

Was steckt hinter den verschiedenen Richtcharakteristiken?

Intuitiv glaubt man, dass es bei einem Mikrofon vorne und hinten gibt. Dies trifft aber nicht zwingend zu. Stattdessen gibt es verschiedene Richtcharakteristiken die bestimmen wie viel Schall aus welcher Richtung am Ende Teil der Aufnahme wird. Bei den Richtcharakteristiken Kugel und Acht spielt es beispielsweise keine Rolle ob man das Mikrofon von vorne oder von hinten anspricht. Eine Kugel wandelt Signale aus allen Richtungen gleichstark um. Bei der Acht spielt es zwar keine Rolle ob man von vorne oder von hinten hinein spricht, je mehr man aber zur Seite geht, desto leiser wird die Aufnahme.

Die wohl am meisten verbreitete Richtcharakteristik ist die Niere. Hier erzielt man den höchsten Pegel indem man das Mikro genau von vorne anspricht. Je mehr man zur Seite geht, desto leiser wird es. Spricht man es vollständig von hinten an erhält man kaum noch ein Signal. Oft stößt man auch auf Mikrofone mit Hypernieren- oder Supernieren-Charakteristik. Bei diesen sind die beiden leisesten Punkte (genannt Off-Axis) knapp rechts und links von der Rückseite. Spricht man sie genau rückwärtig an erhält man wieder ein deutlich lauteres Signal, welches aber trotzdem nicht mit einer frontalen Besprechung mithalten kann.

Die Wahl der Richtcharakteristik sollte eine Rolle bei der Platzierung des Mikros spielen. Hat man im Raum eine ungewollte Schallquelle, beispielsweise der Lüfter eines Computers, sollte die Off-Axis des Mikrofons in deren Richtung zeigen, um ihren Anteil bei der Aufnahme möglichst gering zu halten. Wer bei der Aufnahme auf einen Kopfhörer verzichten möchte, kann auch ein Mikro mit Hypernieren-Charakteristik so platzieren, dass die beiden Off-Axis in Richtung der Lautsprecher zeigen um deren Übersprechen möglichst gering zu halten.

Gewöhnlich finden sich auf der Herstellerseite des Mikrofons Datenblätter mit Diagrammen zu der jeweiligen Richtcharakteristik. Mit deren Hilfe lässt sich leicht die optimale Aufnahme-Position bestimmen. Manche Mikros bieten auch einen Schalter an, mit dessen Hilfe zwischen verschiedenen Richtcharakteristiken hin und her gewechselt werden kann. Dies ist praktisch, wenn das Mikrofon für verschiedene Zwecke eingesetzt werden soll.


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