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Einstieg ins Recording: FAQ Teil 1



Einstieg ins Recording Teil 1

Einstieg ins Recording Teil 1

Dieser Beitrag ist der erste in einer Reihe von Beiträgen rund um USB Mikrofone, die Aufnahme von Sound im (Home)-Studio und die passende Hardware. Wenn du deine Frage hier nicht findest, dann stöbere einfach in den anderen Artikeln unserer FAQ Serie. In unserer Sektion USB Mikrofon FAQ (die am häufigsten gestellten Fragen) zeigen wir Dir, welche Fragen häufig zu den Themen USB Mikrofone und Sprachaufnahme im Homerecording-Studio gestellt werden. Wir hoffen, dass wir Dir weiterhelfen können.

Für Einsteiger ist insbesondere die Frage wichtig, warum ein USB Mikrofon so viele Bedienelemente besitzt. Die Regler und Knöpfe dienen dazu, die unterschiedlichsten Einstellungen zu justieren. Daneben klären wir hier die Frage, für welche Zwecke sich ein USB Mikrofon im Homestudio wirklich eignet. So wirst du in Kürze zum Mikrofonprofi im Homestudio – egal ob konventionelles XLR Mikrofon oder Mikrofon mit USB Anschluss.

Was ist ein USB Mikrofon?

Bei der Verwendung eines USB-Mikrofons kann auf zusätzliche Audio-Interfaces und Preamps verzichtet werden. Beide Geräte sind direkt im Mikro verbaut. Anstelle des bei klassischen Mikrofonen verwendeten XLR-Kabels findet sich hier ein USB-Kabel. Schließt man ein solches an einen Computer an, erkennt dieser das Mikrofon als einspuriges Audio-Interface.

Da im Korpus eines Mikrofons nur begrenzt Platz vorhanden ist, ist diese Lösung immer ein Kompromiss. Die hochwertige Klangqualität die mit einem guten, separaten Interface erzielt werden kann, ist mit USB-Mikros nicht erreichbar.

Hinzu kommt, dass es nicht möglich ist mehrere USB-Mikrofone gleichzeitig zu betreiben. Der gegenwärtige Audio-Standart (ASIO) lässt die Verwendung mehrerer Interfaces (und als solche versteht der Computer das USB-Mikrofon ja) nicht zu. Zwar gibt es verschiedene Software-Lösungen die dieses Problem zu umschiffen versuchen, doch nur in den seltensten Fällen liefern sie tatsächlich befriedigende Ergebnisse.

Als Konsequenz werden USB-Mikrofone vornehmlich für Sprachaufnahmen verwendet. Da dabei gewöhnlich nur eine einzelne Tonspur benötigt wird und da auf den meisten Schreibtischen nicht unbegrenzt Platz für weitere Kabel und Zusatzgeräte vorhanden ist, stellen sie einen sehr guten Kompromiss zwischen Aufwand und Aufnahmequalität dar. Kann die Qualität auch nicht mit der eines hochwertigen Interfaces mithalten, ist sie doch um Längen höher als die eines eingebauten Webcam-Mikros oder ähnlicher Lösungen.

Warum haben USB Mikrofone oft so viele Regler und Tasten?

Da bei USB-Mikrofonen Interface und Preamp mit verbaut sind, lassen sich deren Einstellungen oft direkt am Mikrofon vornehmen. Manche (meist günstigere) Modelle bieten diese Einstellungen nur per Software im Computer an. Meistens sind aber zumindest die wichtigsten direkt am Mikro ausgeführt.

Fast immer findet sich ein Gain-Regler für den Preamp. Mit diesem lässt sich die Intensität der Vorverstärkung einstellen. Dies ist nötig, da das Mikrofon ja nicht wissen kann wie laut die aufzunehmende Schallquelle ist. Auf diese Weise können ein Übersteuern des Signals bzw. ein zu geringer Aufnahmepegel vermieden werden.

Viele USB-Mikrofone verfügen darüber hinaus über einen Kopfhörerausgang inklusive Lautstärkeregler. Dies ist praktisch um das aufgenommene Signal direkt hören zu können ohne dabei Lautsprecher zu verwenden. Deren Schall würde sonst vom Mikrofon erneut erfasst werden und

zu eventuellen Rückkopplungen und Färbungen im Klangbild führen. Natürlich kann ein Kopfhörer auch direkt an den Computer angeschlossen werden. Da dieser das Signal aber erst nach der Digitalisierung wiedergibt, kommt es hier etwas verzögert an (Latenz), was bei manchen Anwendungen als sehr störend empfunden werden kann.

Außerdem finden sich oft noch Bedienelemente die auch bei klassischen Mikrofonen verwendet werden. Sehr oft gibt es einen so genannten Low-Cut. Dieser ist praktisch um sehr tieffrequente Signalanteile wie Schrittgeräusche oder das dumpfe Rumpeln entfernt vorbeifahrender Fahrzeuge noch vor der Digitalisierung zu entfernen.

Des Weiteren verfügen viele Mikros über einen Pad-Schalter. Mit dessen Hilfe wird das Signal noch vor dem Preamp recht stark abgedämpft. Auf diese Weise können auch bei sehr lauten Schallquellen noch detaillierte Einstellungen am Gain-Regler vorgenommen werden.

Sofern vorhanden, lässt sich außerdem gelegentlich zwischen verschiedenen Richtcharakteristiken wählen.

Wie funktioniert ein USB Mikrofon im Allgemeinen?

Die aus technischer Sicht spannendste Frage ist sicherlich: Wie funktioniert ein USB Mikrofon? Im Allgemeinen Mikrofon wandelt Schall-Schwingungen in elektrische Wechselstrom-Schwingungen um. Schall breitet sich wellenförmig aus. Wandert so eine Schallwelle an einem Mikrofon vorbei, schwankt dort der Luftdruck. Ein Wellenberg erhöht den Druck, ein Wellental verringert ihn.

Die sehr leichte und dünne Membran eines Mikrofons wird dabei verformt. Je nachdem ob dies von einem Wellenberg oder einem Wellental verursacht wird, erzeugt das Mikrofon eine positive oder negative Spannung im Mikrofon-Kabel. Vergleichbares passiert, wenn man den Dynamo eines Fahrrads abwechselnd vor und zurück dreht.

Um diese Wechselspannung für einen Computer verständlich zu machen, muss sie digitalisiert werden. Diese Aufgabe übernimmt das Audio-Interface. Ein Audio-Interface ist nichts anderes als eine hochwertige Variante dessen, was oft als Soundkarte bezeichnet wird. Hier wird die anliegende Spannung mehrere tausend Male pro Sekunde (gewöhnlich 44100 mal) gemessen. Aus den resultierenden Messdaten kann der Computer dann die tatsächliche Wellenform rekonstruieren.

Da die Ausgangsspannungen eines Mikrofons nur durch die physikalische Energie der Luftdruckschwankungen erzeugt werden, sind sie sehr gering. (Selbst die Energie die mit einem Dynamo erzeugt wird reicht ja grade dazu ein kleines Lämpchen zum Leuchten zu bringen.) Da dies nicht ausreicht um präzise Messungen durchzuführen, muss das Signal im Interface vor dem Digital-Wandeln verstärkt werden. Dies übernimmt der so genannte Preamp oder Mikrofon-Vorverstärker. Dieser funktioniert prinzipiell nicht anders als ein gewöhnlicher Hifi-Verstärker. Allerdings ist er im besten Falle sehr hochwertig ausgeführt, damit das zarte Mikrofon-Signal möglichst frei von Störgeräuschen verstärkt wird.

Um am Computer Tonaufnahmen mit klassischen Mikrofonen zu erstellen wird also ein Audio-Interface benötigt. Ein solches wird meist per USB oder Firewire mit dem Rechner verbunden und bietet je nach Ausstattung Anschlussmöglichkeiten für mehrere Mikrofone sowie verschiedene Bedienelemente zur Vorbearbeitung des Signals. In besonders hochwertigen Setups werden zudem zusätzlich externe Preamps verwendet, die oft mehrere tausend Euro kosten können. Dafür bieten sie aber eine Vorverstärkung auf Tonstudio-Niveau.

Wofür sind USB Mikrofone wirklich geeignet?

Ein USB-Mikrofon ist überall dort eine gute Wahl, wo ein einzelnes Signal aufgezeichnet werden soll. Typische Beispiele sind Sprachaufnahmen wie bei Podcasts, Let’s-Plays oder dem Einsprechen eines Hörbuches. Eingeschränkt eignen sie sich auch zur Abnahme von Musikinstrumenten und Gesangsaufnahmen. Da aber nicht mehrere USB-Mikrofone gleichzeitig verwendet werden können, sind die Möglichkeiten hier sehr begrenzt. Wer ernsthaft über Musikproduktion nachdenkt, kommt früher oder später um die Anschaffung eines Audio-Interfaces mit mehreren Eingängen für klassische Mikrofone nicht herum.

Durch die kompakte Bauform sind USB-Mikrofone auch zum Erstellen von mobilen Aufnahmen nicht ungeeignet. Allerdings muss hier immer auch ein Laptop vorhanden sein. Für gelegentliche, geplante Aufnahmen von Naturgeräuschen und ähnlichem kann diese Kombination durchaus dienlich sein. Wer allerdings darauf seinen Schwerpunkt legt und auch spontan Klänge einfangen möchte ist mit der Anschaffung eines so genannten Field-Recorders besser beraten.

Kann ich ein USB Mikrofon auch an ein Mischpult anschließen?

Generell ist dies nicht möglich. USB-Mikros geben ein digitales Signal aus. Mischpulte und ähnliche Geräte mit Mikrofon-Eingängen können damit nichts anfangen. Einige wenige Mikrofon-Modelle verfügen neben einem USB-Ausgang auch noch über eine XLR-Buchse um für genau diese Anwendung gewappnet zu sein. In den meisten Fällen ist man aber besser beraten sich klassische Mikrofone anzuschaffen und diese bei Bedarf mit einem kompakten Interface zu kombinieren.

Extra für diesen Zweck existieren besonders kleine, einspurige Audio-Interfaces, die den in USB-Mikrofonen verbauten nicht unähnlich sind. Sie sind meist direkt in einen XLR-Stecker zum Anschluss an ein klassisches Mikro verbaut und bieten einen guten Kompromiss aus Flexibilität und Platzersparnis.


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