Skip to main content

Mikrofon.info - Das #1 Mikrofon Portal für Studio & Bühne

7 Tipps für bessere Aufnahmen im Homestudio

Aufnehmen im Homestudio

Aufnehmen im Homestudio

Die Aufnahmequalität im Homestudio kann nicht mit der Tonqualität in professionellen Tonstudios mithalten? Weit gefehlt. Schon mit wenig Kapitaleinsatz und mit einfacher Hardware ist es problemlos möglich, Aufnahmen in ausgesprochen guter Soundqualität anfertigen zu können. Dabei kommt es einerseits auf das Equipment an, andererseits auch auf das Know-How des Nutzers. Kleinere Tipps und Tricks helfen dabei, den Aufnahmen den letzten Schliff zu verpassen.

Von der Wahl des passenden Mikrofons über die Optimierung des Aufnahmeumgebung bis hin zur Nachbearbeitung der Aufnahmen – es gibt zahlreiche Möglichkeiten, mit denen man die Soundqualität nachhaltig steigern kann. In diesem Beitrag zeigen wir, wie einfach gute Aufnahmen im Homestudio gelingen können. Diese 7 Tipps für bessere Aufnahmen im Homestudio können vom Anfänger bis zum Profi jederzeit umgesetzt werden.

1. Das passende Mikrofon benutzen

Das ideale Mikrofon ist natürlich die Grundvoraussetzung für qualitativ hochwertige Aufnahmen im Homestudio – aber auch im Tonstudio. Das Mikro nimmt den Schall auf und wandelt diesen in digitale Signale um. Verschiedene Mikrofontypen eignen sich für unterschiedliche Szenarien, je nach Membrangröße, Bauweise und so weiter. Das ist auch der Grund, warum professionelle Tonstudios immer eine breite Palette an Mikrofonen zur Auswahl haben.

Großmembranmikrofone eignen sich für tiefe Gesangsstimmen und praktisch alle Sprachaufnahmen. Kleinmembranmikrofone sind ideal für Gesangsaufnahmen und für Instrumente, allerdings werden hier auch unerwünschte Hintergrundgeräusche eher mit aufgenommen. Dynamische Mikrofone haben einen geringeren Raumanteil, sind also gut für Gesangsaufnahmen geeignet. Für einen hohen Qualitätsanspruch und eine ruhige Aufnahmeumgebung sind Kondensatormikrofone sehr gut geeignet.

2. Wichtiges Zubehör auswählen

Das Zubehör kann den letzten Schritt ausmachen, um von guten Aufnahmen zu perfekten Aufnahmen zu gelangen. Dabei sollte natürlich so viel und so gutes Zubehör wie möglich genutzt werden, dies ist vor allem im Homestudio aber oft eine Frage des Geldes. Für den Anfang sollten vor allem eine Mikrofonspinne und ein Popschutz genutzt werden. Dieses Zubehör kostet kaum Geld und steigert die Aufnahmequalität bedeutend.

Ein Mikrofonständer ist natürlich für Aufnahmen im Homestudio die Grundvoraussetzungen. Für Sprachaufnahmen eignen sich Tischstative und ein Gelenkarm, für Gesangsaufnahmen führt kein Weg an einem richtigen Mikrofonständer vorbei. Für wirklich hohe Ansprüche sollte dann auch noch ein Reflexionsschirm / Reflexionsfilter angeschafft werden. Die Aufnahmequalität wird hierdurch nochmals verbessert, da Schallwellen nicht mehr von Wänden ins Mikrofon reflektiert werden.

3. Die Aufnahmeumgebung optimieren

Aufnahmeumgebung optimieren

Aufnahmeumgebung optimieren

Die Optimierung des Aufnahmeumgebung ist für gute Aufnahmen essentiell. Dabei hängt vor allem die Schalldämmung von einer guten Optimierung ab. Spezielle Platten aus Schall-Schaumstoff sollten wenn möglich hinter dem Mikrofon angebracht werden. Fenster sollten geschlossen sein und im Idealfall wird ein Raum ohne zu viele glatte Wandflächen für das Homestudio gewählt.

Oftmals denken Einsteiger, dass eine gute Schalldämmung viel Geld kostet – tatsächlich sind diese Produkte aber ausgesprochen günstig. Ein Reflexionsfilter aus Eierschachteln macht hier auch keinen Sinn, da diese Oberfläche nicht feinporig genug ist. Stattdessen sollte das Mikrofon lieber in oder vor einem geöffneten Kleiderschrank platziert werden. Die Baumwolle absorbiert einen bedeutenden Teil der unerwünschten Schallwellen und verhindert Hintergrundgeräusche.

4. Genügend Probeaufnahmen anfertigen

Das Anfertigen von Probeaufnahmen ist im Homestudio genau so wichtig wie im professionellen Tonstudio, sowie bei einer Live-Performance auf der Bühne. Erst wenn die Aufnahmequalität wirklich zu 100 % passt, sollte mit den richtigen Aufnahmen begonnen werden. Entscheidend ist, dass die Probeaufnahmen mit dem passenden Equipment gegengehört werden. Studiokopfhörer oder Studiomonitore sind hierfür bestens geeignet. Das konsequente Anfertigen von Probeaufnahmen hilft beim Einrichten des Settings und optimiert den Work-Flow im Studio.

5. Die Aufnahmen professionell nachbearbeiten

Aufnahmen nachbearbeiten

Aufnahmen nachbearbeiten

Die Nachbearbeitung von Aufnahmen ist unglaublich wichtig. Vor allem Anfänger scheuen diesen Schritt beim Aufnehmen im Homestudio des öfteren, da hierfür einiges an Wissen und Know-How benötigt wird. Auch eine passendes Software ist natürlich vonnöten. Dabei sind die Grundzüge des Mixings und Masterings in wenigen Tagen zu erlernen und es ist dann auch Anfängern problemlos möglich, die Aufnahmen professionell nachzubearbeiten. Dabei gibt es eine Vielzahl an Zielen beim Nachbearbeiten.

Sowohl störende, zischende S-Laute (sogenannte Sibilanten), als auch unerwünschtes Hintergrundrauschen sollte beim Nachbearbeiten entfernt werden. Der Equalizer hilft dabei, die Aufnahmen bei bestimmten Frequenzen abzusenken und diese somit weniger hörbar zu machen. Das genaue Vorgehen beim Nachbearbeiten der Aufnahmen im Homestudio erläutern wir in einem separaten Ratgeber-Beitrag – die Wichtigkeit des Mixings und Masterings sollte aber grundlegend nicht unterschätzt werden.

6. Alternativ-SetUps ausprobieren

Wenn erstmal ein Set-Up im Homestudio aufgestellt ist, sollte man sich nicht zu sehr auf dessen Fortbestehen fixieren. Sowohl eine andere Schalldämmung, als auch eine andere Position des Mikrofons kann dabei helfen. Insbesondere bei Instrumentalaufnahmen oder Sprachaufnahmen kann die Entfernung des Mikrofons von der Schallquelle unglaubliche Effekte haben. Das Austauschen einzelner Zubehörteile kann dabei helfen, den Workflow zu optimieren und den Klangcharakter zu verändern. Kontinuierliches Optimieren der Aufnahmeumgebung ist angesagt.

7. Lernen und Erfahrung sammeln

Wie immer gibt es auch beim Aufnehmen im Tonstudio nur eine Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten nachhaltig zu verbessern: Ausprobieren, neues lernen und Erfahrung sammeln. Je mehr Aufnahmen man aufnimmt, nachbearbeitet und veröffentlicht, desto besser werden die eigenen Fähigkeiten. Wer sich gut auskennt und über entsprechendes Wissen verfügt, der kann auch mit günstigem Einsteiger-Equipment problemlos qualitativ hochwertige Aufnahmen erreichen. Mit genügend Erfahrung und Wissen kann man die Aufnahmequalität maßgeblich steigern.

Bonus: Bessere Aufnahmen mit einem USB Mikrofon

Ein gutes USB Mikrofon verhindert im Normalfall Störgeräusche wie Rauschen, Poplaute, Verzerrung oder Hall. Dennoch gibt es einige Grundregeln, die entscheidend zu einer hohen Aufnahmequalität beitragen.

Oberstes Gebot: Sorge für ein optimales Eingangssignal. Hierauf nehmen neben dem Mikrofon Faktoren wie die Akustik des Raumes, der Abstand zum Mikro, ein Popschutz sowie die Aussteuerung Einfluss.

Regel 1: Wähle einen geeigneten Raum aus. Er sollte nicht zu groß und möglichst ruhig gelegen sein. Möglichst wenig Hall ist empfehlenswert (Teppich oder Holzboden sind hilfreich).

Regel 2: Sorge für ungestörte Ruhe. Schließe alle Türen und Fenster. Schalte störende Elektrogeräte ab und deaktiviere vorhandene Lautsprecher. Wähle eine ruhige Uhrzeit aus, in der du ungestört bist.

Regel 3: Poppschutz verwenden! Es handelt sich hier um ein kleines Stück Stoff, das vor das Mikro gespannt wird. Mit wenig Geld verhinderst du dadurch Poplaute, die beispielsweise durch die Aussprache der Buchstaben P, B, K, T und G entstehen.

Regel 4: Verwende eine Mikrofonspinne. Bei diesen praktischen Helfern handelt es sich um Aufhängungen, die Vibrationen und somit Störgeräusche abfangen. Vor allen Dingen, wenn du während der Aufnahme die Tastatur benutzt oder umhergehst, ist diese Anschaffung empfehlenswert.

Regel 5: Bau dir ein eigenes Tonstudio. Viele DIY-Anleitungen im Internet können dir dabei helfen, deinen Raum zu isolieren oder eine Box mit schallabsorbierendem Material selbst zu bauen. Bei der Verwendung eines guten USB Mikrofons ist das aber natürlich kein Muss.

Tipp 6: Halte den richtigen Abstand zum USB Mikrofon ein. Empfehlenswert sind Abstände von 5 bis 20 cm – je nach Mikrofon und Aufnahmeart. Probiere einfach aus, welche Entfernung für deine Aufnahmen am besten passt.

Tipp 7: Steuere richtig aus. Es gilt die Regel: Nehme so laut wie möglich, aber so leise wie nötig auf. Das bedeutet, dass es selbst an den lautesten Stellen deiner Aufnahme nicht zu einer Übersteuerung kommen darf. Eine optimale Aufnahme liegt bei 0 db, alles darüber ist übersteuert. In der Praxis solltest du dich am besten zwischen -6 db und 0 db einpegeln, bevor du startest. Ein gutes USB Mikrofon verfügt über einen integrierten Lautstärkeregler, über den das sehr einfach möglich ist. Auch die Recording-Software kann dich dabei unterstützen.

Tipp 8: Andere Mikros deaktivieren. Schalte vor der Aufnahme sämtliche anderen Notebook- oder PC-Mikrofone aus. Sie können die Qualität beeinträchtigen und stören.


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *