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6 Tipps zum Abmischen der Aufnahmen

Aufnahmen im Studio abmischen

Aufnahmen im Studio abmischen

Vor kaum einem Thema drücken sich Einsteiger im Homestudio so sehr, wie vor dem Mischen und Mastern der Aufnahmen. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass hierfür einiges an Know-How erforderlich ist. Dabei ist es unglaublich wichtig, die Aufnahmen professionell nachzubearbeiten. Die Soundqualität profitiert von der passenden Abstimmung der Aufnahmen gewaltig.

Dabei ist nicht nur die Wahl der passenden DAW wichtig, sondern auch, dass man über die wichtigsten Schritte Bescheid weiß. Von der Rauschentfernung über das Entfernen von Sibilanten bis hin zu seidigen Stimmen bei Sprachaufnahmen: Mit ein paar kleinen Tipps und Tricks können selbst Einsteiger ihre Aufnahmen problemlos im Homestudio abmischen.

In diesem Beitrag stellen wir 6 Tipps zum Abmischen der Aufnahmen in den eigenen vier wänden vor. Wichtig dafür ist nur eine passende Software zum Nachbearbeiten und das Vorhandensein eines Equalizers im Programm.

1. Die passende DAW wählen

Die optimale DAW (digital audio workstation) sollte zu den Anforderungen des Nutzers passen. Für den Einstieg reicht die kostenlose Freeware „Audacity“ problemlos aus. Nicht nur das Aufnehmen ist mit dieser Software möglich, sondern auch das Nachbearbeiten. Audacity ist ein Sequencer und eine DAW in einem, was für Einsteiger perfekt geeignet ist. Für erfahrenere Nutzer im Homestudio oder gar im professionellen Tonstudio sollte dann aber eine leistungsfähigere und kostenpflichtige Software angeschafft werden.

Für Apple-User kommt zwar Audacity ebenfalls in Betracht, aber auch die Apple-Software „GarageBand“ kann im Homestudio problemlos genutzt werden. Auch hier sind Sequencer und DAW vorhanden, sodass das Aufnehmen und Nachbearbeiten des Sounds mit einer einzigen Software ermöglicht wird.

2. Rauschen entfernen

Viele Programme bieten einen automatischen Filter für die Rauschentfernung. Hierfür muss lediglich einfaches Rauschen als Referenz aufgenommen werden. Anschließend wird dieser Bereich ausgewählt und sämtliche identischen Frequenzen werden dann entfernt. Für den Einstieg ist diese Möglichkeit sehr gut geeignet, um das Rauschen auf den Aufnahmen zu entfernen. Eine Aufweichung der Frequenzen und ein Absenken des Gains kann ebenfalls dabei helfen, Rauschen auf den Aufnahmen weniger deutlich hörbar zu machen.

3. Stimmen mehr Präsenz verschaffen

Mixing & Mastering: Stimmen

Mixing & Mastering: Stimmen

Bei Sprachaufnahmen und Gesangsaufnahmen ist es oftmals wichtig, die Präsenz von Stimmen deutlicher hervorzuheben. Auch beim Aufnehmen im Proberaum ist dies wichtig, da hier Instrumente oftmals lauter als die Stimmen klingen. Männliche und weibliche Stimmen unterscheiden sich hierbei vor allem in ihrer Frequenz, was das Nachbearbeiten erleichtert.

Männerstimmen sollten bei einer Frequenz von etwa 200 Hz um ca. 4 dB angehoben werden. Eine weitere kleine Anhebung bei 3 kHz um etwa 5 dB ist ebenfalls zu empfehlen. Das störende „Rumpeln“ bei der Aufnahme von Großmembranmikrofonen (hervorgerufen durch den Nahbesprechungseffekt) kann durch eine leichte Absenkung der Lautstärke bei etwas unterhalb von 100 Hz entfernt werden.

Weibliche Stimmen können ebenfalls mit zwei kleinen Änderungen verbessert werden: Frequenzen um die 400 Hz werden im besten Falle um ca. 4 dB angehoben, während eine stärkere Anhebung um ca. 5 dB bei rund 4 kHz weiblichen Stimmen mehr Präsenz verschafft. Auf Grund der höheren Frequenz bei Frauenstimmen tritt der Nahbesprechungseffekt bei der Aufnahme von weiblichen Stimmen weniger deutlich bis gar nicht auf.

4. Zischende S-Laute entfernen

Zischende S-Laute, sogenannte Sibilanten, wirken sich negativ auf die Aufnahmen aus. Diese Klänge sorgen meist für ein Übersteuern der Aufnahmen und klingen sehr unangenehm. Mit Hilfe eines Equalizers können Sibilanten einfach entfernt werden: Eine leichte Absenkung bei Frequenzen um die 8 kHz schafft Abhilfe. Bei männlichen Stimmen liegt die hierfür optimale Frequenz minimal unter 8 kHz, bei weiblichen Stimmen ist die Frequenz etwas höher.

Einige Programme haben eingebaute Filter zum Entfernen von Sibilanten. Je nach Professionalität der Software ist diese Funktion mal mehr mal weniger leistungsstark. Insbesondere bei günstigeren Programmen sollte jedoch die Equalizer-Funktion bevorzugt werden. Ein passendes Ergebnis erhält man aber meist nur mit etwas Übung und mit entsprechender Erfahrung.

5. Seidige Höhen und klare Stimmen

Seidige Höhen sind vor allem bei Sprachaufnahmen gewünscht. Egal ob für YouTube-Videos, Interviews oder Podcasts – wenn seidige Höhen nicht mit Hilfe eines Großmembranmikrofons erreicht werden können, dann muss der Equalizer herhalten. Eine leichte Anhebung bei knapp über 10 kHz sorgt für weichere Stimmen, die angenehmer klingen. Wenn die übrigen Frequenzen dann etwas untergehen, kann der mittlere Bereich zwischen 2 kHz und 8 kHz minimal angehoben werden. Hier sollte man besonders viel herum probieren und Erfahrungen sammeln.

6. Beim Aufnehmen Vorarbeit leisten

Soundqualität beim Aufnehmen

Soundqualität beim Aufnehmen

Egal wie wichtig das Abmischen (Mixing & Mastering) im Homestudio und Tonstudio auch sein mag: Wer bei den Aufnahmen die passende Vorarbeit leistet, der erhält am Ende immer eine bessere Aufnahmequalität. Sowohl eine passende Optimierung der Aufnahmeumgebung, als auch die Nutzung des passenden Zubehörs kann Rauschen verhindern. Wer dann noch das optimale Mikrofon für das Aufnahme-Szenario nutzt, der kann sich einer perfekten Tonqualität sicher sein.

Wie bei allen Vorgängen im Studio gilt auch beim Abmischen von Aufnahmen: Nur mit entsprechendem Know-How und einem reichen Erfahrungsschatz kann man optimale Ergebnisse erzielen. Je mehr man übt und das gelernte anwendet, desto einfacher gestaltet sich die Nachbearbeitung nach einer gewissen Zeit. Wer beim Aufnehmen dann keine Fehler macht und genügend Energie in die Nachbearbeitung investiert, der kann imHomestudio eine Soundqualität erreichen, die problemlos mit professionellen Tonstudios mithalten kann.


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